Monat: Januar 2016

James Krüss – Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

James Krüss - Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

James Krüss – Timm Thaler oder das verkaufte Lachen


Konrad (Kant-Gymnasium, 5d) hielt über Weihnachten die Familie mit einer Hausaufgabe in Atem. Die Schüler müssten „Timm Thaler“ nicht nur über die Weihnachtsferien lesen sondern auch eine ausführliche Inhaltsangabe verfassen. Je Kapitel sollte eine Seite geschrieben werden. Ich beteiligte mich an dieser Aufgabe nur am Rande, aber das Buch begann mich zu interessieren – also las ich es im Januar noch einmal komplett von vorn.
Die Geschichte ist anspruchsvoll und hintersinnig – es geht um die großen Dinge im Leben. Gut gegen Böse. Das Lachen eines Jungen gegen den materiellen Reichtum dieser Welt. Mephisto gegen Dr. Faustus in modernem Gewand. Pferdewetten, Aktienhandel, Verfolgungsjagden – eine Weltreise, gute Freunde und kleine Rätsel für den Leser. Dieses Buch hat alles was einen Klassiker ausmacht.
Statt skandinavische Krimis im Urlaub zu lesen, sollte sich jeder überlegen, ob man nicht wieder einen Blick zu den großen Klassikern der letzten 50 Jahre wirft. Bestätigt wurde ich mit dieser Ansicht vom Mike Winnemuth in ihrer Stern-Kolumne. Seitdem schaue ich wieder verstärkt nach klassischen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbüchern.

Michael Ende – Momo

Michael Ende - Momo

Michael Ende – Momo


Es gibt einige Bücher, die ich als Kind oder Jugendlicher übersprungen habe oder die den Weg zu mir aus unterschiedlichen Gründen nicht gefunden haben. Derzeit bin ich dabei, diese Lücken zu schließen. Momo ist so ein Buch und es steckt viel mehr drin, als das es die Schublade „Jugendbuch“ verspricht. 1973 geschrieben wirkt es in keiner Weise angestaubt oder im Tempo aus einer anderen Zeit. Zwischen den Zeilen blinzelt so viel Weisheit durch, dass es Pflichtlektüre für jeden sein sollte.
Wie verbringe ich meine Zeit? Was ist der Sinn meines Daseins? Sind Optimierungen diverser Bereiche unseres Lebens wirklich sinnvoll und gut? Was ist Glück und Glücklichsein? Wer sich auf diese Fragen einlässt und bereit ist, sich dabei selbst zu hinterfragen, für den ist dieses Buch ein Gewinn und zwar unabhängig vom Alter oder der eigenen bisher gemachten Lebenserfahrung.

Meike Winnemuth – Das grosse Los

Meike Winnemuth - Das grosse Los

Meike Winnemuth – Das grosse Los


Mich packte mal wieder etwas das Fernweh und da fiel mir in der Buchhandlung dieses Buch in die Hand. 50 jährige Hamburgerin hat bei G.Jauch 500.000 Euro gewonnen und zieht spontan für 12 Monate um die Welt. Sie wählt sich 12 Städte aus und verbringt da jeweils einen Monat. Es sind folgende Städte:

  • Sydney
  • Shanghai
  • Honolulu
  • Bombay
  • Buenos Aires
  • San Francisco
  • London
  • Kopenhagen
  • Barcelona
  • Tel Aviv
  • Addis Abeba
  • Havanna

Sie macht bekannte Erfahrungen auf Reisen – die schönsten Erlebnisse kommen unverhofft und plötzlich und haben fast immer etwas mit fremden, kennengelernten Menschen zu tun. Das Lernen von neuen Sprachen und Ausprobieren von Dingen sind von bleibendem Wert. Das Gefühl, die eigene Trägheit auf Reisen zu überwinden, ist grandios – die Angst vor der Rückkehr und einem alltäglichen Leben ist im Hinterkopf.
Mitunter hatte ich kleinere Probleme mit der Art und Weise, wie sie ihre Reise schildert. Es wird etwas zäh, wenn sie zu sehr in die Selbstreflexion und der Suche nach dem Lebenssinn und der Nutzens-Maximierung der uns bemessenen Zeit abdriftet – aber dann kommen auch wieder Schilderungen sehr schöner Erlebnisse und positiver Überraschungen. Am Ende wurde auch ich etwas melancholisch als ich das Buch zu Ende gelesen hatte.
Honolulu und Addis Abeba haben mich gepackt und ich habe beide Städte auf die Liste meiner Ziele gesetzt. Beim Lesen des Buches habe ich mir vorgenommen – diese Liste zu erstellen und zu pflegen – schließlich muss man ja Träume haben. Die sollen helfen, den Alltag in Demut zu meistern.

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