Monat: Dezember 2015

Polina Scherebzowa – Polinas Tagebuch

Polina Scherebzowa - Polinas Tagebuch

Polina Scherebzowa – Polinas Tagebuch


Ein Geburtstagsgeschenk meiner Schwester und eine bleibende Erinnerung.
Polina beginnt 1994 mit neun Jahren Tagebuch zu schreiben. Sie lebt in Grosny und berichtet in den folgenden acht Jahren von den Schrecken der Tschetschenienkriege. Gerade in Zeiten, wo man denkt, dass es das Leben nicht gerade gut mit einem meint – ist dieses Buch eine absolute Empfehlung. Es hat mir manchmal Mühe gemacht, dabei zu bleiben – aber irgendwann packt es einen und ich konnte es nicht mehr loslassen. Man beobachtet sie beim Erwachsen-Werden in unvorstellbaren Verhältnissen – auch die Entwicklung als Schriftstellerin ist frappierend. Am Anfang ist es ein ganz normales Tagebuch – später würzt sie ihre Aufzeichnungen mit berührenden Gedichten und schafft es, den Leser wirklich zu fesseln.
Der Hunger ist allgegenwärtig – sehr oft liest man den Satz – „zu essen gab es heute nichts..“ aber noch schlimmer sind die Freunde, Verwandten und Bekannten die von einem auf den anderen Tag verschwinden. Weil es ihnen gelingt zu flüchten oder weil sie schlichtweg umkommen. Auch Polina wird von Splittern einer Rakete getroffen und muss dann um ihre medizinische Behandlung kämpfen.
Sie überlebt durch einen beeindruckenden Optimismus und durch die Bücher, die sie von ihren Vorfahren geerbt hat und die ihr immer wieder lebenswichtige Nahrung spenden. Entweder weil sie sie verkaufen kann oder aber weil sie ihr schlichtweg das geistige Rüstzeug zum Überleben liefern.
Der Vergleich mit Anne Franks Tagebuch ist unweigerlich – aber es ist vielleicht noch mehr – es ist auf jeden Fall ein Werk eines tollen Menschen. Ich bin gespannt, ob man von der mittlerweile Dreißig-Jährigen weiteres zu lesen bekommt.

Barbara Wersba – Ein Weihnachtsgeschenk für Walter

Barbara Wersba - Ein Weihnachtsgeschenk für Walter

Barbara Wersba – Ein Weihnachtsgeschenk für Walter


Das richtige zum Vorlesen für Weihnachten. Eine Ratte wohnt im Haus einer einsamen Schriftstellerin – die schreibt Kinderbücher und der Hauptheld ihrer Bücher ist eine Maus. Walter, die Ratte ist gebildet – er kann seit Kindesbeinen lesen und schreiben und nimmt Kontakt mit der Schriftstellerin auf. Es geht um die Liebe zum Lesen, um Weihnachten und darum, wie man Vorurteile überwinden kann. Der Begriff Leseratte wird hier endlich mit Leben gefüllt.

Keimzeit – Haus Auensee – 11.12.2015

Keimzeit - Haus Auensee - 11.12.2015

Keimzeit – Haus Auensee – 11.12.2015


Freitag-Abend – die Woche strebt mit einem Stakkato von Herausforderungen in Beruf und Familie ihrem Ende entgegen – da steht ein Auto vor der Tür und bringt einen in das beschauliche Haus Auensee. Schnell ist das erste Bier getrunken und der Puls sinkt langsam auf den Regelwert – da betritt die ehrwürdige Band die Bühne. Der Chef Norbert Leisegang altert sowieso nicht – am Bass sein Bruder wie immer eine Konstante in der Band. Andreas „Spatz“ Sperling hat mittlerweile einen grauen Bart – der Junge, der selbst Fan war und unglaublicherweise mal mitspielen durfte – wird endlich zum Mann. Das letzte Album hat er sogar produziert. Das sind die Dinge, wo man merkt, dass die Zeit voranschreitet.
Es fehlen noch zwei weitere Protagonisten. Am Flügelhorn Sebastian Piskorz der Ralf Benschu vergessen macht und als Gitarrist Martin Weigel, dem dasselbe mit Ulli Sende gelingt. Diese beiden sorgen dafür, dass Keimzeit sich weiterentwickelt – dass es eine Frische gibt ohne die manche Lieder doch etwas angestaubt wirken könnten. Die meisten Lieder entwickeln immer noch bei mir eine gewisse Magie – was wohl auch am Kopfkino und damit verbundenen Erlebnissen zusammenhängt.
Der Höhepunkt des Abends ist für mich das Solo von Martin Weigel, der einen tollen Song von Kid Kopperhausen mit Inbrunst, Lässigkeit und tollem Beat interpretiert – hier ein YouTube-Link aus 2013 vom Song „Das Leichteste der Welt“.
Und – Ja – ich gehe nächstes Jahr wieder hin!
Keimzeit - Haus Auensee - 11.12.2015 - Ticket

Keimzeit – Haus Auensee – 11.12.2015 – Ticket

© 2020 Zobelnet

Theme von Anders NorénHoch ↑