Monat: Juni 2014

Projektstart in Wolfsburg

Nun ist es genau ein halbes Jahr her, als mein letztes Projekt als externer Berater endete. Ich schrieb darüber hier. Nun ist es Zeit, die damaligen Gedanken noch einmal Revue passieren zu lassen und Bilanz zu ziehen. Ich hatte mir ja einige Dinge vorgenommen – hier die wichtigsten:

Getamedia-Projekte vorantreiben

Das habe ich sehr intensiv in den letzten Monaten getan. Ich hatte mit fast allen alten Kunden Kontakt – das eine oder andere neue Feature wurde gebaut. Hinsichtlich Neukunden war ich ebenfalls unterwegs. Hier baggerte ich längere Zeit bei einem Startup aus Köln, wo es um die Implementierung eines Bewerbermanagementsystems ging. Letztlich belegte ich da einen hervorragenden zweiten Platz – was mir aber am Ende auch nichts nutzte…

Sherpano

An Sherpano arbeitete ich Anfang des Jahres sehr intensiv. Auf der ITB in Berlin sprachen wir mit Vertretern aus über 20 Ländern über eine mögliche Kooperation. Am Ende entschied ich jedoch, aus dem Projekt auszusteigen. Das Chance-Risiko-Verhältnis erschien mir persönlich zu ungünstig – mal sehen was draus wird. Die beiden anderen Kollegen arbeiten noch weiter dran (wenn auch nur sporadisch).

Sport & Freunde

Den 10km Lauf beim Leipzig Marathon konnte ich zwar nicht antreten, da mein Knie in dieser Zeit rummuckerte. Aber ich nutzte die letzten Monate intensiv zum Laufen und Radfahrn. Das Ziel wurde hier auf jeden Fall erreicht. Freundschaften wurden ebenfalls wieder intensiver gepflegt. Überhaupt war ich beim Netzwerken ziemlich aktiv. Ein Studienjahrestreffen sowie ein Wiedersehen von über 40 meiner ehemaligen ESD/MeTech/Brokat/Encorus-Kollegen war ebenfalls interessant.

Reisen

Auch hier habe ich die Zeit genutzt. La Palma war ein Höhepunkt. Aber auch der Start der Friedensfahrt, Wanderungen in der Sächsischen Schweiz oder ein paar Tage auf Usedom passten im letzten halben Jahr sehr gut zur gegenwärtigen Situation.

Englisch

Auch in diesem Bereich habe ich die Zeit gut genutzt. Einmal die Woche ging es zum Kurs mit Nathanial. Diese Stunden haben mir sehr viel Spaß gemacht. Endlich hatte ich mal Zeit, mich mit bestimmten grammatikalischen Strukturen intensiv zu beschäftigen und vor allem zu reden und kleine dumme angewöhnte Fehler auszumerzen. Ich habe das Gefühl, das dies eine der sinnvollsten Investitionen in die Zukunft ist. Dies scheint sich in den ersten Tagen meines neuen Projektes auch zu bewahrheiten.

Strategie-Suche & Business

Tja – viel Zeit verbrachte ich mit Überlegungen, wie es nun beruflich weitergehen soll. Eine Zeit lang war ich auf der Suche nach einer Festanstellung, um sicherzustellen, dass ich morgens und abends zu Hause bin. Bei Arvato gab es mal eine interessante Stelle als IT-Service-Manager in Bayreuth mit hohem Homeoffice-Anteil. Fachlich passte das wunderbar, aber am Ende konnten wir uns doch nicht auf eine Zusammenarbeit einigen. In Leipzig selber wurde ich nicht fündig. Die Auswahl an passenden Stellen ist doch sehr überschaubar. Wenn man dann ins Gespräch kommt, scheitert es fast immer am Geld. Oder man gerät an Unister 🙁
Also schwenkte ich nach einer gewissen Zeit wieder in Richtung Getamedia. Hier haben die letzten drei Jahre natürlich auch gewisse Spuren hinterlassen. Wir sind eigentlich nur noch zu zweit. Es muss ein Thema definiert und dazu ein Vertrieb aufgebaut werden. Mobile Business ist in Diskussion. Da gibt es möglicherweise eine neue Zusammenarbeit mit einem Kollegen aus früherer Zeit.
Die Börsen für Freelancerprojekte verlor ich die ganze Zeit nicht aus den Augen. Ich bewarb mich bei ca. 50 Projekten. Nicht immer bekam ich eine Antwort, manchmal war die Kommunikation nach der Eingangsbestätigung erledigt. Es gab aber auch immer wieder spannende Kontakte ins Lager der Headhunter. Auch da gibt es einige, die sich nur oberflächlich mit so einer Vermittlungsaufgabe beschäftigen und andere die sich richtig Mühe geben, einen Weg zu finden. Letztlich ist es entscheidend, welches Verhältnis der Vermittler zum Auftraggeber hat – und genau dieses Verhältnis kann man als Freelancer nicht einschätzen.
Irgendwann kam ich in den VW Dunstkreis. Meine ersten Kontakte verliefen im Sande, da ich noch keine Automotive-Erfahrung vorweisen kann. Aber irgendwann war mal ein Vermittler da, der sich intensiv mit meinem Profil beschäftigt hat und sich Mühe gegeben hat, bei der Suche nach einem Weg. Und nun arbeite ich also in Wolfsburg an einem absolut spannenden Thema rund ums Thema „Internet im Fahrzeug“. Als erstes wurde sehr großen Wert auf gewisse Geheimhaltungsvereinbarungen gelegt. Deshalb kann ich hier auch nicht deutlicher werden. Das Team, welches ich da verstärken darf treibt Themen, die den gesamten VW-Konzern und alle dort zusammengeschlossenen Marken betreffen. Und ich soll in einem bestimmten Bereich Kompetenz aufbauen, die bisher nur bei einer Drittfirma vertreten war. Hört sich also nach einem längerfristigen Thema an. Nun warten wir mal ab. Natürlich muss ich nun den Spagat zwischen Beruf in der Ferne und Familienleben hinbekommen. Die Unterstützung zu Hause habe ich – und Wolfsburg ist auch nur halb so weit wie Würzburg. In knapp zwei Stunden kann ich die Entfernung zurücklegen. Dafür bin ich Mitglied bei teilauto.net geworden. Somit steht unser Auto der Familie zur Verfügung. Die Kosten sind direkt durch den Projekteinsatz gedeckt. Die Anschaffung eines zweiten eigenen Fahrzeuges wäre hingegen deutlich zu teuer und zu schade gewesen, um es auf der Autobahn „runterzuschroten“.
Alles in allem liegen nun spannende Zeiten vor mir. Das permanente Beschäftigen mit der Selbstvermarktung macht mit der Zeit mürbe und ist auf Dauer sehr unbefriedigend. Nun darf ich wieder inhaltlich arbeiten und freue mich auf dieses spannende neue Projekt was auf den ersten Blick mein Projekt bei E.ON klar in den Schatten stellt.

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anschauen zu können, bitte das Passwort eingeben:

Start der Friedensfahrt

Vom 28.-31. Mai starteten Hendrik, Haiko (Trainer) und ich das Projekt „Friedensfahrt“. Frei nach dem Vorbild des berühmtesten Radrennens im früheren Osten sollte es von Berlin über Warschau nach Prag gehen.
Da wir es dieses Jahr etwas ruhiger angehen lassen wollten, führte uns der Prolog von Dresden über Berlin nach Slubice (das liegt auf der anderen Fluss-Seite von Frankfurt/Oder).
Start war also bei regnerischem Wetter an der Frauenkirche zu Dresden.

Start Dresden - Berlin - Warschau - Prag

Start Dresden – Berlin – Warschau – Prag


Am ersten Tag ging es bei strömendem Regen über 96km bis kurz vor Senftenberg. Wir übernachteten im Landhotel und Steakhaus in Tätzschwitz. Unser größtes Problem waren sicher die völlig durchnässten Sachen. Außerdem hatte ich mir unterwegs noch eine Glasscherbe eingefahren. Da die Mechaniker bei der Reparatur vergaßen, den Glassplitter aus dem Mantel zu entfernen, war kurze Zeit später der zweite Schlauch auch perforiert. Man lernt halt nie aus…
Erfreulicherweise erklärte sich die Mutter der Herbergs-Chefin bereit, unsere Sachen durch den Trockner ihrer Wäscherei zu schieben. Nur die Schuhe wollte sie nicht behandeln. Zunächst wollte sie uns einreden, dass sie im Trockner einlaufen, dann berief sie sich darauf, dass sie zu sehr klappern würden – nun gut – musste halt Zeitungspapier über Nacht die Arbeit des Trockners erledigen – und bevor noch jemand fragt: jaaaa – wir hatten Überschuhe an und trotzdem war alles nass.
Der zweite Tag war der diesjährige Himmelfahrtstag und es sollte durch den Spreewald gehen. Morgens war es richtig frisch (7,8 Grad). Und es wurde auch nicht wirklich warm heute – knapp 11 Grad betrug die Höchsttemperatur. Aber wenigstens war es trocken und es gab auch nicht zu viel betrunkenes Pack auf den Straßen. Wir radelten knapp 130km über Lübbenau, Lübben, Schlepzig, vorbei am monströsen Tropical Island, hindurch durch manche Schlammkuhle, vorbei an etlichen langen Radlerschlangen bis hin zum Reiterhof Eichenhof in Löpten. Die heiße Dusche abends war ein Höhepunkt, obwohl man den Eindruck hatte, dass das heiße Wasser unten kalt ankam – die Oberschenkel waren schließlich leicht angefroren. Aber wir fanden einen tollen Platz fürs Abendessen in der Mittelmühle Teupitz.
Das Schnitzel mit Spargel erfreute auch unseren Trainer:
große Freude beim Trainer - das Schnitzel mit Spargel in der Mittelmühle

große Freude beim Trainer – das Schnitzel mit Spargel in der Mittelmühle


Danach dachten wir kurz drüber nach, das Fortbewegungsmittel zu wechseln:
alternatives Fortbewegungsmittel

alternatives Fortbewegungsmittel


Am nächsten Tag erreichten wir nach schwieriger Navigation durch Berlin das Brandenburger Tor – nun geht die Friedensfahrt eigentlich erst so richtig los.

Berlin - Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik

Berlin – Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik


Zwischenziel am Brandenburger Tor

Zwischenziel am Brandenburger Tor

Wir übernachteten wieder in Löpten – zurück ging es mit der S-Bahn und des Trainers Fahrzeug.
Am vierten Tag wurden wir für das schlechte Wetter an den ersten beiden Tagen voll entschädigt. Wir drückten die 100km bis Frankfurt/Oder einfach durch. Kurz nach drei waren wir schon in der trostlosen Grenzstadt angekommen. 1945 war es lange nicht klar, ob ganz Frankfurt polnisch wird. Es sieht bis heute so aus, als ob die Leute dem Potsdamer Abkommen immer noch nicht ganz trauen. In Slubice auf der anderen Seite der Oder scheinen alle Menschen im Umkreis von 100km ihre Zigaretten zu kaufen bzw. die täglichen Dinge des Lebens zu erwerben. Slubice war früher eine Vorstadt von Frankfurt mit wenigen Einwohnern. Heute leben hier ca. 16.000 Menschen und haben sich voll und ganz den Dienstleistungen für Deutsche verschrieben. Wir aßen Bigos und Grützwurst und tranken zum Abschluss Wodka – ganz wie Sportler eben 🙂
Nächstes Jahr starten wir hier – es gibt bereits jetzt eine gewisse Vorfreude auf dieses Ereignis.

© 2020 Zobelnet

Theme von Anders NorénHoch ↑